Bessunger Knabenschule, Ludwigshöhstr. 42, 64285 Darmstadt
Eintritt 12 Euro - Einlass 19:30 Uhr und pünktlich 20:00 Uhr Beginn
Mit dem Erlös unterstützen die Veranstalter Initiativen, die sich beispielhaft um Sucht- und Gewaltprävention bemühen. Formlose Bewerbungen mit einer kurzen Projektbeschreibungen bitte an AG K.O.B.R.A. Kontakt: Tel.: 06151/133198, blues@ag-kobra.de, www.ag-kobra.de.
Die Veranstalter bedanken sich beim Trägerverein Bessunger Knabenschule, bei allen MusikerInnen, HelferInnen und Sponsoren, die den 15. Darmstädter Blues für die Prävention ermöglichen.




Wie aus der lokalen und regionalen Presse am Donnerstag, 02.03.2006 zu entnehmen war, hat die AG K.O.B.R.A (ein freiwilliger Zusammenschluss städtischer, kirchlicher und freier Träger der Jugendarbeit) entschieden, den geplanten WM-Park-Dabei im Bürgerpark abzusagen. Während der Zeit der vierwöchigen FIFA-WM - vom 09.Juni bis 09. Juli 2006 - war geplant, jugendlichen Fußballfans, die kein Ticket für die Spiele bekommen oder diese aufgrund der hohen Preise nicht bezahlen können, einen Ausgleich zu schaffen und die "WM zu ihnen zu bringen und in den Bürgerpark zu holen". Neben der Übertragung aller WM-Spiele war ein jugendkulturelles Rahmenprogramm und Jugendarbeit vor Ort vorgesehen. Zusätzlich hatte der Mädchenarbeitskreis (MAK) ein spezielles Programm für Mädchen und junge Frauen in einem eigenen Zelt geplant.
Der ursprüngliche Kostenrahmen war mit 80.000 bis 100.000 € beziffert, der im Jahr 2006 aufgrund fehlender Sponsoren auf einen Betrag von 35.000 € als Grundausstattung für technisches Equipment, ein Großzelt für Fußballübertragungen, events und Security heruntergefahren wurde. Damit hätte zumindest ein "abgespeckter" WM-Park stattfinden können. Die Finanzmittel für Projekte, Aktionen und Programmgestaltung sollten ebenfalls zusätzlich und weitgehend von den teilnehmenden Organisationen bestritten werden.
Nach langer und vergeblicher Sponsorensuche sicherte im Dezember 2005 das evangelische Dekanat über die AGE TOJA (ein Zusammenschluss kirchlicher Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit)der ev. Martinsgemeinde (vertreten in der AG K.O.B.R.A) 20.000 € zu, um als Veranstalter des WM-Park-Dabei in Kooperation mit der AG K.O.B.R.A fungieren zu können. Einzig für die AG.K.O.B.R.A. sichtbare Bedingung an diese Finanzmittel war die Einwerbung weiterer Zuschußgeber, um die Gesamtfinanzierung zu sichern.
Die AG K.O.B.R.A war froh, daß die evangelische Kirche aus dem Zuschuß städtischer Mittel für kirchliche offene Kinder- und Jugendarbeit diesen nennenswerten Betrag für das geplante Projekt WM-Park-DAbei im Sinne trägerübergreifender Jugendarbeit als Grundstock bereitstellte.
Im Zuge weiterer Versuche der Akquirierung von Finanzmitteln für das Projekt wurden vom Hessischen Ministerium des Inneren und für Sport (HMdI) Gelder in Aussicht gestellt. Die Höhe der zu erwartenden Zuwendung konnte zum damaligen Zeitpunkt nicht genannt werden.
In einem Staatsvertrag, geschlossen mit den Bundesländern im November 2005, wurde festgelegt, überschüssige Mittel aus den Oddset-Sportwetten dem Deutschen Fußball Bund(DFB)für gemeinnützige Zwecke im Zusammenhang mit der Veranstaltung der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006 bereitzustellen, die vom DFB aus zu steuern seien. Auch hier hat die AG K.O.B.R.A den Versuch unternommen für ihr gemeinnütziges Projekt Finanzmittel zu erhalten. Nach wochenlangen, vergeblichen Versuchen einen zuständigen Ansprechpartner beim DFB zu finden, um Auskunft über die Höhe und die Vergabe der Oddset-Mittel zu erlangen, wurde Anfang Februar 2006 vom WM-Organisationskomitee Deutschland der AG K.O.B.R.A mitgeteilt, dass eine Mitfinanzierung des Projekts aus Oddset-Mitteln nicht möglich sei, da die Mittelbereitstellung eng an die Umsatzentwicklung der Sportwetten von Oddset geknüpft seien und die Umsätze sich erheblich schlechter entwickelt hätten als beim Abschluss des Staatsvertrages prognostiziert worden waren. Der DFB hat daraufhin beschlossen, nur bundesweit durchzuführende Projekte zu bezuschussen. Über die Höhe der zur Verfügung stehenden Oddset-Mittel konnte oder wollte niemand Auskunft erteilen.
Am Wochenende des 04/05. Februar 2006 fand eine Klausurtagung der AG K.O.B.R.A statt, auf der die K.O.B.R.A-Akteuere die Feinabstimmung des Programms der "kleinen Lösung" des WM-Parks festlegen wollten. Bis zu diesem Zeitpunkt sollte auch die Finazierung der abgespeckten Variante abgesichert sein. Trotz der weiterhin unklaren Finanzierung des Projekts wurde dieses mit Aktionen und jugendkulturellen Inhalten gefüllt, wohlwissend, dass eine Umsetzung der geplanten Aktivitäten eigentlich direkt nach dem Klausurtag zu beginnen hätte, um eine ausreichende Vorlaufzeit für das umfangreiche Programm zu haben. Als Termin für die "deadline" des Projektes setzte die AG K.O.B.R.A sich den 16. Februar 2006.
An diesem Tag war die notwendige Summe von 35.000 € zur Absicherung des WM-Parks immer noch nicht vorhanden, lediglich die 20.000 €, zugesagt aus Mitteln der AGE TOJA waren sicher. Aufgrund der zugesagten - nur in der Höhe noch nicht bekannten - Finanzmittel des HmdI wurde die "deadline" nochmals, auf Aschermittwoch, den 01.März 2006, verschoben, in der Hoffnung, dass die finanzielle Unterstüzung aus dem Ministerium an die noch fehlenden 15.000 € heranreichen würde. Nach zusätzlichen Sponsoren wurde auch weiterhin verstärkt gesucht.
Am 17.02.2006 erhielt die AG K.O.B.R.A. die Mitteilung aus dem HmdI, daß ihr - unter Haushaltsvorbehalten - ein Landeszuschuss in Höhe von 8.000 € für den WM-Park in Aussicht gestellt werde. Die Unterdeckung des Projektes verringerte sich auf 7.000 €. Am Wochenende vor der zweiten und ultimativen "deadline", die allen Unterstützern des Projektes als Entscheidungsdatum bekannt war, fand ein Gespräch zwischen Vertretern der AG K.O.B.R.A und der event- Agentur "Staudt" statt, bei der eine Finanzierung der fehlenden Gelder in Aussicht gestellt wurde, die zwei Tage später bestätigt wurde. Die Agentur hat der AG K.O.B.R.A zugesichert, dass sie den fehlenden Betrag vorfinanzieren werde. Die AG K.O.B.R.A bräuchte sich nicht um eine Refinanzierung zu kümmern, darum würde sich die Agentur eigenständig bemühen. In der Zwischenzeit hatte auch der Förderverein Drogenhilfe signalisiert, eine Geldsumme zur Verfügung zu stellen.
Am 01.03.2006 stand für die AG K.O.B.R.A fest, dass die notwendigen Finanzmittel Höhe von 35.000 € zur Durchführung des "abgespeckten" WM-Park-Dabei vorhanden seien.
Auf der Sitzung der AG K.O.B.R.A am 01.03.2006 wurde das freudige Ergebnis dem evangelischen Dekanat telefonisch mitgeteilt: der Durchführung des WM-Parks - veranstaltet von der evangelischen Martinsgemeinde in Kooperation mit der AG K.O.B.R.A - stehe nun nichts mehr im Wege. Von dort wurde aber die Freude über das Zustandekommen der benötigten Summe nicht geteilt. Vielmehr wurde den K.O.B.R.A-Akteuren mitgeteilt, dass derzeit die Martinsgemeinde über die zugesagten Finanzmittel nicht verfügen könne, da weitere konzeptionelle Bedingungen erst erfüllt werden müssten, Bedingungen, die der AG KOBRA zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt waren und nicht vorlagen. Die bis dato nie in Zweifel gestandene Basisfinanzierung war somit unsicher geworden, die anderen Sponsorengelder, die an eine Gesamtfinanzierung gebunden sind, damit nicht ausreichend.
Seit 12 Jahren ist es der AG K.O.B.R.A. zum ersten Mal passiert, daß zugesagte Finanzmittel innerhalb der Projektplanung in Frage gestellt wurden. Für die AG K.O.B.R.A wird hiermit - durch eine unzuverlässige Partnerschaft - eine Situation geschaffen, die es dem freiwilligen, trägerübergreifendem Zusammenschluss vieler Akteure der Jugendarbeit Darmstadts nicht ermöglicht - auf gewohnt professioneller Basis- ein Großprojekt durchzuführen. Durch diese, nun wieder unsicher gewordene Finanzierung des Projekts hat die AG K.O.B.R.A beschlossen, den WM-Park-Dabei 2006 offiziell abzusagen.
Am Donnerstag, den 02.03.2006 erfuhr die AG K.O.B.R.A durch Äußerungen des neuen Stadtjugendpfarrers aus der Zeitung, dass das Dekanat das Geld nur zugesagt hätte, falls die von der Polizei geforderten Sicherheitsauflagen erfüllt würden. Dies entspricht nach dem bisherigen Wissen und Kommunikationsstand aus Sicht der AG K.O.B.R.A nicht der Wahrheit, da die Zusage der Finanzmittel seitens der AGE TOJA - ohne eine angeblich geforderte Vorlage eines Sicherheitskonzeptes - bereits im Dezember 2005 erfolgte, ein Gespräch seitens des Dekanats mit der Polizei, auf der Sicherheitsfragen diskutiert wurden, aber erst am 24.02.2006 stattfand. Interessanterweise war bei diesem Gespräch kein Vertreter der für die Veranstaltung zuständigen evangelischen Martinsgemeinde anwesend. Während der Planung des WM-Parks hat seitens der AG K.O.B.R.A ein Telefonat mit der Polizei stattgefunden, in dem um Zusendung des Sicherheitsstandards bei public-viewing gebeten und vereinbart wurde, dass sofort, nach der finanziellen Absicherung des Projekts, ein Gespräch zwischen der AG K.O.B.R.A und der Polizei stattfinden werde, indem die relevanten Sicherheitsstandards für den WM-Park besprochen werden sollten - analog der bislang sehr guten und reibungslos funktionierten Zusammenarbeit bei allen bisherigen Großprojekten der AG K.O.B.R.A.
Äußerst befremdlich wirkt auf die AG K.O.B.R.A. auch die Tatsache, dass die vom Dekanat geforderten konzeptionellen Nachbesserungen die AG K.O.B.R.A nur durch Zufall (aufgrund des von der AG K.O.B.R.A ausgehenden Telefonates mit dem evangelischen Dekanat zum Zeitpunkt der "deadline" am 01.03.2006)erreichte und nicht - wie unter Kooperationspartnern üblich - zeitnah (nach dem Gespräch mit der Polizei und des Dekanats) kommuniziert wurde. Dafür wären drei Tage Zeit gewesen. Auch die AG K.O.B.R.A kann nur Stellung beziehen, wenn ihr die Bedenken vorliegen.
Die AG K.O.B.R.A hat aus den geschilderten Gründen, nach mehrmaliger Verschiebung ihrer deadline und der zuletzt doch wieder unsicheren Finanzierung, entschieden, das geplante Projekt abzusagen. Neben der nichtgesicherten Finanzierung des "kleinen" WM-Parks wäre auch die Erstellung eines anspruchsvollen, jugendkulturellen Programmes mit jedem Tag immer schwieriger und in der Realisierung immer waghalsiger geworden, zumal Aktionen und Aktivitäten auch mit externen Persönlichkeiten geplant waren. Bis zur FIFA-WM-2006 sind es derzeit nur noch 96 Tage.
In diesem Zusammenhang soll auch nicht unerwähnt bleiben, daß alle Akteure den WM-Park-Dabei zusätzlich zu ihrem originären Arbeitsauftrag geplant haben und ihn auch freiwillig (ohne Weisungsbefugnisse durch Dienstvorgesetzte) durchgeführt hätten. Das Mitwirken bei der AG K.O.B.R.A und der Einsatz bei den Aktivitäten und Aktionen können viele Akteure sich nicht als Dienstzeit anrechnen, sondern sie gestalten diese ehrenamtlich.
Die AG K.O.B.R.A bedankt sich bei allen, die die Planung des WM-Parks-Dabei 2006 seit Anfang des Jahres 2005 unterstützten und die nach finanziellen Möglichkeiten gesucht oder sie zur Verfügung gestellt haben. Leider haben alle Bemühungen nicht ausgereicht, um eine Realisierung des Projektes zu erreichen - die AG K.O.B.R.A wird trotzdem in ihrer Arbeit fortfahren und sich bemühen, auch zukünftig Jugendkultur und Jugendprojekte im öffentlichen Raum sichtbar zu machen.
i.A. der
AG K.O.B.R.A.
Rainer Claus
WIR MACHEN WAS WIR WOLLEN